Römertour nach Luxemburg, Belgien und Deutschland

Vier Tage, drei Länder, drei Städte und eine Weinregion: Abwechslungsreicher kann ein Kurztrip kaum sein... Besuchen Sie auch die aktuelle große Landesausstellung "Der Untergang des Römischen Reiches"!

Das verbindende Element an der Römerroute ins Dreiländereck ist, wie der Name schon sagt, das römische Erbe. Dessen Spuren finden Sie nicht nur in rekonstruierten Villenanlagen und Tempeln. Auf der Römerroute folgen Sie außerdem Straßen einer römischen Etappenstadt und stoßen auf mystische Grabdenkmäler. Und nicht zuletzt hat die berühmte Weinregion an der Mosel ihre Reben ebenfalls den Römern zu verdanken, die diese aus ihrer Heimat mitbrachten.

In diesem Jahr erwartet Sie noch ein besonderes Highlight: Zwischen 25. Juni und dem 27. November 2022 findet in Trier die große Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“ in Trier. Es lohnt sich also auf jeden Fall, in diesem Zeitraum einen Besuch in Trier einzuplanen.

Hier wird die Geschichte lebendig! Gönnen Sie sich ein langes Wochenende voller kultureller Eindrücke und genießen Sie das Wandern in der Mosel-Region.

Von wo aus Sie ihre Tagestouren auf der Römertour starten und wo Sie übernachten, liegt ganz bei Ihnen. Und ob es das Luxushotel, ein Mittelklassehaus oder die Pension mit Familienanschluss sein darf, ebenfalls: Hier finden Sie für alle Wünsche die passende Unterkunft in der Region. Und dann kann es auch schon losgehen.

1. Tag (Donnerstag): die europäische Metropole Luxemburg

In der Stadt Luxemburg schlägt das Herz Europas! Die Metropole ist geprägt von vielen unterschiedlichen Kulturen, Mentalitäten und Sprachen, denn in der Hauptstadt des Großherzogtums befinden sich einige der wichtigsten europäische Behörden. Viele Banken haben hier ebenfalls ihren Sitz. Die Anreise geht problemlos mit der Bahn: Regionalexpresse verkehren regelmäßig von Koblenz nach Luxemburg. Ab Düsseldorf fährt ein Intercity über Köln nach Koblenz, ab hier weiter als Regionalexpress nach Luxemburg. Zudem halten in Koblenz mindestens stündlich Fernverkehrszüge der „Rheinschiene“.

Um sich in Luxemburg einen Überblick zu verschaffen, können Sie die zweistündige City Promenade buchen: Bei dieser Stadtführung entdecken Sie die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt Luxemburg sowie diverse Geheimnisse der einstigen Festungsstadt! Sie kommen unter anderem am prachtvollen großherzoglichen Palast vorbei sowie an der Corniche, auch „schönster Balkon Europas“ genannt. Der Bockfelsen, die Wiege der Stadt Luxemburg, steht ebenfalls auf dem Plan.

Danach geht es zur Festungsanlage von Luxemburg. Sie gilt als UNESCO Welterbe, die mit beeindruckenden Bauten einst als “Gibraltar des Nordens” gerühmt und gefürchtet war. Der militärische Festungsbau befindet sich mitten im Grünen innerhalb des Stadtzentrums. Die Kasematten und Gehwege auf den Stadtmauern bieten eine einmalige Gelegenheit, die Stadtbesichtigung mit einem schönen Spaziergang abzurunden.

Nicht nur bei schlechtem Wetter lohnt sich in der Stadt Luxemburg ein Museumsbesuch. Hierfür bietet sich die archäologische Abteilung des Nationalmuseums für Geschichte und Kultur an.

Lust auf besondere Musikerlebnisse? Lassen Sie den Tag in der modernen Philharmonie perfekt ausklingen!
Musée National d'Histoire et d'Art
Musée National d’Histoire et d’Art (Foto: MNHA)
Musée National d'Histoire et d'Art
Musée National d’Histoire et d’Art (Foto: MNHA)

2. Tag (Freitag): Arlon, eine der ältesten Städte Belgiens

In einer etwa 30minütigen Bahnfahrt erreichen Sie von Luxemburg aus die Stadt Arlon. Sie ist eine der ältesten Städte Belgiens und liegt direkt an der Grenze zu Luxemburg in der Region Wallonien. Bekannt ist Arlon ganz besonders für die wunderschöne Altstadt. Zur Römerzeit befand sich hier Orolaunum, eine wichtige Straßensiedlung und Festung. Genießen Sie einen gemütlichen Stadtbummel auf dem Archäologischen Rundweg, der Sie mitten durch den historischen Stadtkern führt, vorbei am Jupiterdenkmal und den Resten der Kastellmauer. Wenn Sie im Sommer unterwegs sind und das Wetter mitspielt, bietet sich ein romantisches Picknick zwischendurch an – zum Beispiel im Park des Museums Gaspar oder im Arboretum de Frassem. Ausführliche Informationen zu einem Stadtrundgang finden Sie hier.

Auf jeden Fall sollten Sie sich noch Zeit für einen Museumsbesuch nehmen: Das Archäologische Museum von Arlon zählt mit seiner gallorömischen Abteilung zu den renommiertesten Museen Belgiens. Zu sehen sind eindrucksvolle Grabmonumente mit figürlichen Darstellungen aus dem römischen Leben und aus der Mythologie.

Jupitersäule in Arlon (Foto: Maison du Tourisme du Pays d'Arlon)
Jupitersäule in Arlon (Foto: Maison du Tourisme du Pays d’Arlon)
Der römische Jupiter-Turm in Arlon (Foto: Maison du Tourisme du Pays d'Arlon)
Der römische Jupiter-Turm in Arlon (Foto: Maison du Tourisme du Pays d’Arlon)

3. Tag (Samstag): Nennig im Saarland, Bech-Kleinmacher und Dalheim in Luxemburg – und natürlich die berühmten Weingebiete an der Mosel

Am vorletzten Tag der Römertour geht es nach Deutschland. Mit Bahn und Bus erreichen Sie in 2 – 3 Stunden Nennig im Saarland. Beginnen Sie mit einem Besuch des Gladiatorenmosaiks der Römischen Villa von Nennig. Es ist eines der schönsten Zeugnisse römischer Mosaikkunst nördlich der Alpen und eines der wenigen, die an ihrem originalen Fundort geblieben sind.

Im Anschluss geht es direkt rüber auf die andere Moselseite. Hier lohnt sich ein Besuch des Grabtempelchen im luxemburgischen Bech-Kleinmacher, einem Ort der Erinnerung an die ersten Mosel-Winzer. Umgeben von Rebstöcken genießen Sie eine atemberaubende Aussicht.

Ihr letztes römisches Reiseziel führt Sie ins nahe Dalheim, das in einer etwa 15minütigen Busfahrt von Bech-Kleinmacher aus zu erreichen ist. Dort befindet sich die bedeutendste archäologische Fundstätte aus der Römerzeit im Großherzogtum Luxemburg: Die gallo-römische Siedlung „Vicus Ricciacus“. Sie wurde wohl um 17 v. Chr. als Etappenort entlang einer wichtigen römischen Fernstraße gegründet. Sehen Sie sich hier das sehr gut erhaltene gallorömische Theater, die Reste eines Wohn- und Geschäftsviertels sowie das Archäologische Zentrum mit den antiken Thermen an.

Römisches Theater in Dalheim (Foto: RICCIACUS FRËNN asbl.)
Gladiatorenmosaik der Römischen Villa Nennig (Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)
Gladiatorenmosaik der Römischen Villa Nennig (Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)

 

Römischer Grabtempel in Bech-Kleinmacher (Foto: Guy Hoffmann)
Römischer Grabtempel in Bech-Kleinmacher (Foto: Guy Hoffmann)
Zum Ausklang einen hervorragenden Mosel-Wein:

Am Ende des Tages können Sie sich ein kulinarisches Highlight gönnen. Für Wein-Liebhaber ist die Mosel-Region bekanntlich ein Paradies – besonders der Riesling erfreut sich großer Beliebtheit. Und wie schon die alten Römer wussten: In vino veritas! Sie brachten damals aus dem Süden direkt den Weinanbau mit. Ein Spaziergang an der Mosel mit einer geselligen Einkehr am Ende rundet die Kurzreise perfekt ab.  Besondere lokale Weingüter finden Sie hier.

Die Gastronomie bietet eine regionale Frischeküche, die geprägt ist von mediterranen Einflüsse seit Römerzeiten und inspiriert von der Haute Cuisine des nahen Frankreichs. Riesling, Burgunder, Elbling, Weinbergspfirsichlikör, Trester oder Viez gehören nicht allein als typische Begleiter zum Essen, sondern auch ins Essen: Sie geben raffinierten Suppen, Desserts und Kuchen, Aufstrichen und Konfitüren, Dressings oder Saucen die besondere Aroma-Note.

 

Dieses wundervolle Elfenbeinrelief mit Reliquienprozession sehen Sie im Trierer Domschatz.
Elfenbeinrelief mit Reliquienprozession, Domschatz Trier (Foto: A. Münchow)

4. Tag (Sonntag): Ausflug nach Trier und Besuch der großen Landesausstellung „Der Untergang des römischen Reiches“

Das römische Imperium war gewaltig. Es existierte über Jahrhunderte hinweg und umfasste auf seinem Höhepunkt ein riesiges Gebiet. Doch trotzdem ging das Römische Reich unter – aber warum und wie? Was führte zu seinem Niedergang?
Die Suche nach den Gründen bewegt schon lange die Gemüter und wird nun zum ersten Mal in einer großen Landesausstellung fortgeführt.

Vom 25. Juni bis zum 27. November 2022 zeigen das Rheinische Landesmuseum Trier, das Stadtmuseum Simeonstift Trier und das Museum am Dom Trier die Landesausstellung Rheinland-Pfalz 2022 „Der Untergang des Römischen Reiches“ in drei Museen und 31 Ausstellungsälen auf insgesamt 2.000 qm. Die drei Standorte spezialisieren sich dabei auf verschiedene Blickwinkel, um das Imperium Romanum und seinen Niedergang zu betrachten.

 

Besuchen Sie Trier mit seinem UNESCO-Welterbe!
Hauptmarkt und Simeonstraße in Trier (Foto: Trier Tourismus und Marketing GmbH)

 

Aber nicht nur die große Ausstellung ist sehenswert, sondern auch die Stadt Trier selbst. Einst war sie eine römische Metropole, sogar zeitweise Kaiserresidenz, wovon heute noch das imposante UNESCO Weltkulturerbe zeugt.

Die Altstadt und Fußgängerzone wird von einer Vielzahl schöner historischer Gebäude geprägt. Auch die drei Museen, die sich an der Ausstellung beteiligen, liegen in der Altstadt. Wenn Sie von Museum zu Museum spazieren, kommen Sie automatisch an wichtigen UNESCO-Welterbestätten vorbei:

Das Stadtmuseum Simeonstift befindet sich direkt neben der berühmten Porta Nigra, dem ehemaligen römischen Stadttor. Reste der antiken Stadtmauer sehen Sie im Unterschoss der Museums.

Das Museum am Dom liegt – wie der Name schon sagt – direkt neben dem Dom in der Windstraße (Auch sie macht ihrem Namen alle Ehre). Den Dom müssen Sie natürlich unbedingt besichtigen! Genauso die gotische Liebfrauenkirche, die direkt an das Domgebäude grenzt. Auch sie gehört zum UNESCO-Welterbe.

Wenn Sie durch den Palastgarten zum Rheinischen Landesmuseum spazieren, passieren Sie die imposante Konstantin-Basilika. Sie war früher der Thronsaal römischer Kaiser!

Wenn Sie noch etwas Zeit haben, gehen Sie noch ein kurzes Stück weiter durch den Palastgarten und sehen Sie sich die Kaiserthermen an, die ebenfalls zum UNESCO-Welterbe gehören.

Es gibt darüber hinaus noch das Amphitheater, die Barbarathermen, die Römerbrücke, die Igeler Säule in Igel und noch viel mehr, aber dafür wird ein Tag zu kurz sein. Vielleicht kommen Sie einfach mal wieder? Einen Tourentipp für Trier haben wir Ihnen ebenfalls zusammengestellt.

Zum Abschluss Ihres Tagesausflugs könnten Sie noch römische Essen gehen. Haben Sie Lust? Im Restaurant Zum Domstein am Hauptmarkt gibt es Gerichte nach den Rezepten des Feinschmeckers Apicius. Oder schlendern Sie einfach durch die Fußgängerzone und kehren Sie ein, wo es Ihnen gefällt.

Und so geht ein langes Wochenende mit vielen spannenden kulturellen und geschichtlichen Eindrücken mit kulinarischen und spielerischen Highlights zu Ende.

Auf Wiedersehen und Au Révoir!

Beim Weingut Dr. Wagner in Saarburg (Foto: Mosellandtouristik GmbH/Dominik Ketz)
Beim Weingut Dr. Wagner in Saarburg (Foto: Mosellandtouristik GmbH/Dominik Ketz)