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Landpartie als Genusstour

Zwei Tage lang auf den Spuren reicher römischer Gutsbesitzer in der Eifel und an der Obermosel. Welchen Luxus konnten sie sich damals leisten... Lassen Sie sich davon inspirieren! Und nutzen Sie Augmented Reality.

Die Straßen der Römer sind vor allem ländlich geprägt, schöne Naturräume, die touristisch alles bieten können, was man sich wünscht: ausgezeichnete Gastgeber, hervorragende Weine und eine regional verwurzelte Kulinarik. Und überall verstreut finden sich eindrucksvolle Relikte aus der Römerzeit. Genau das Richtige für eine Genusstour!

Damit Sie die ehemalige Pracht der Bauten unterwegs besonders gut nachvollziehen können, laden Sie sich am besten vor der Reise die kostenlose App des Projektes ARGO unter www.ar-route.de herunter.

 

Rekonstruktion der Römischen Villa Otrang (CC BY ARGO. Augmented Archaeology (Universität Trier))

Rekonstruktion der Römischen Villa Otrang (CC BY ARGO. Augmented Archaeology (Universität Trier))

 

Römische Villa Otrang (Foto: Tourist-Information Bitburger Land)

 

Römische Villa Otrang (Foto: Tourist-Information Bitburger Land)

 

1. Tag (Freitag oder Samstag):

 

Sie starten Ihre Landpartie an der Römischen Villa Otrang bei Fließem in der Nähe von Bitburg. Sie besticht durch schöne Mosaikfußböden und denkmalgeschützte Schutzhäuser. Sehen Sie sich die Rekonstruktion in Augmented Reality an!

Offenbar wussten schon die Römer in Sachen Immobilien: Die Lage macht’s! Denn der prunkvolle Landsitz, der als Sommerresidenz der reichen Oberschicht diente, bietet einen schönen Panoramablick über die sanften Hügel der Südeifel. Auch die Ausstattung der einst fast 66 Räume, von denen 14 prunkvolle Mosaikfußböden besaßen, ließ keine Komfortwünsche unerfüllt. Noch heute erzählen die Überreste der Villa, die mit Südterrasse, Säulenhalle, Fußbodenheizungen und drei Thermen ausgestattet war, vom hohen Niveau des zuletzt im 3. Jahrhundert erweiterten Ensembles. Wiederentdeckt wurde das Landgut Anfang des 19. Jahrhunderts. Die kostbaren Mosaikfußböden wurden mit Schutzbauten versehen, die heute selbst unter Denkmalschutz stehen. Bitte beachten Sie die aktuellen Öffnungszeiten!

 

Nach der Besichtigung der Villa Otrang geht es über Landstraßen nach Holsthum, wo sich ebenfalls ein Landgut befindet. Fahren Sie über die B50 bis Oberweis. Von dort nehmen Sie die Landstraße über Bettingen, Wettlingen und Peffingen ins Prümtal bis Holsthum.

 

Auf einem kleinen Hügel am linken Ufer der Prüm, am Rande des heutigen Dorfes, wurde die Römische Villa Holsthum im 2. Jahrhundert nach Chr. gebaut. Es handelt sich um einen römischen Gutshof, eine sogenannte Villa rustica. Das Gebäude war wohl bis in fränkische Zeit hinein besiedelt. Wer in römischer Zeit den Eingangsbereich dieser symmetrisch angelegten Villa betrat, befand sich in einer geräumigen Säulenhalle, die zum Tal hin offen war und eine schöne Aussicht bot. Heute stehen die Säulen (Nachbildungen) wieder an Ort und Stelle, und der Keller ist über die original Treppe begehbar. Auch von dieser Villa sehen Sie eine Rekonstruktion mit Augmented Reality bei ARGO.

Nachgewiesen ist eine kleine Eisenschmiede, und offensichtlich wurden auch Münzen geprägt. Falschgeld? Wohl eher nicht. Vermutlich handelte es sich um die offiziell geduldete Produktion von knappem Kleingeld aus der Zeit um 275 n. Chr.

 

Wenn Ihnen jetzt der Magen knurrt, finden Sie im Holsthumer Landgasthof Oberbillig einen Mittagstisch.

 

 

Weihedenkmal in Ernzen (Foto: Verbandsgemeinde Ernzen, Winfried Hoor)

 

 

Anschließend geht es weiter nach Echternach in Luxemburg. Nehmen Sie die Ferschweilerstraße/K19 nach Ferschweiler, dann folgen Sie der K20 nach Ernzen.

 

Wer Lust auf interessante Zwischenstopps hat, dem seien das geschichtsträchtige Ferschweiler Plateau mit Fraubillenkreuz und Schankweiler Klause, den Irreler Wasserfällen und dem Naturparkzentrum Teufelsschlucht sowie der Römische Weihealtar in Ernzen empfohlen. Zu Letzterem bietet ARGO ebenfalls Augmented Reality.

 

Von der K20 stößt man auf die Bundesstraße B257 nach Echternacherbrück und Echternach.

 

 

Römische Villa Echternach (Foto: Joelle Mathias)

 

Römische Villa Echternach (Foto: Joelle Mathias)

 

 

Echternach ist die älteste Stadt Luxemburgs und eine der ältesten Christianisierungs- und Kulturstätten Europas. Der hl. Willibrord gründete hier 698 eine Benediktinerabtei, die sich im 10. und 11. Jh. zu einer künstlerisch hervorragenden Maler- und Schreiberschule entwickelte und von deren Leistungen ein Museum der Buchmalerei im Abteikeller Zeugnis ablegt.

 

2008 wurde Echternach von der Europäischen Kommission als „European destination of excellence“ Luxemburgs auserwählt. Die berühmte Springprozession (Pfingstdienstag) wurde 2010 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Lust auf eine Kulturveranstaltung? Sehen Sie sich das Programm des Kultur-, Tourismus- und Kongresszentrums Trifolion an. Ausführliche Informationen zur Stadt erhalten Sie auf der Website des Verkehrsamtes der Stadt Echternach.

 

Ein Kulturweg verbindet die Sehenswürdigkeiten der Stadt mit der Römischen Villa, die idyllisch am Echternacher See liegt (Routenbeschreibung siehe Download). Sie war eine der größten und prächtigsten Gutshöfe diesseits der Alpen. Der Wohntrakt umfasste 70 Räume! Die Prachtvilla besaß Säulengänge, Innenhöfe, Marmorvertäfelungen, Mosaikfußböden, Fußbodenheizung sowie Wasserbecken und eine Badeanlage. Ihre Grundmauern sind im Gelände sichtbar.

Herzstück der Römischen Villa ist ein Besucherzentrum, das mittels hochwertiger Wachsfiguren, Repliken und Rekonstruktionsmodellen anschaulich das Leben zur Römerzeit darstellt.

Außerdem finden Sie auch zu diesem Prachtbau Augmented Reality.

 

Echternach ist die letzte Etappe Ihrer ersten Tagesreise.

Für Ihr Übernachtungsquartier haben wir zwei verschiedene Tipps:

 

Wenn Sie nach Körperich fahren, sollten Sie auf jeden Fall bei Körperich-Niedersgegen in die Schloss-Straße abbiegen. Im Jahr 1823 ließ hier der Luxemburger Rittergutsbesitzer Johann Joseph Richard für seine große Familie ein Ensemble von vier herrschaftlichen Schlossgütern errichten. Das prächtigste ist das heutige Hofgut Petry mit historischem Tapetenzimmer und eigenem Hofladen (Spezialität u.a. Charolais-Rindfleisch aus eigener Mutterkuhhaltung). Es ist zwar nicht römisch, passt aber hervorragend zu unserem Thema!

 

 

2. Tag (Samstag oder Sonntag):

 

 

Grabtempel in Bech-Kleinmacher (Foto: Guy Hoffmann)

 

Gladiatorenmosaik aus der Römischen Villa Nennig (Foto: Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)

 

Römische Villa Borg (Foto: Römische Villa Borg)

 

Nach einem genussreichen Frühstück geht es wieder die Sauer hinunter Richtung Echternach und Trier. In Wasserbillig (Luxemburg) mündet die Sauer in die Obermosel. Halten Sie sich rechts und folgen sie dem Mosellauf über Grevenmacher und Remich bis Bech-Kleinmacher.

 

Dort befindet sich auf leichter Anhöhe ein hübscher rekonstruierter römischer Grabtempel.

 

Man erreicht ihn über eine gesperrte Straße (ohne Hinweis) Hang aufwärts an der Straßenkreuzung Route du Vin / Rue des Caves. Von dort hat man Aussicht auf das nächste Ziel: Nennig. Man erreicht den Ort über die Moselbrücke in Remich.

 

In Nennig stand einst eine riesige römische Villenanlage mit prachtvollem Gladiatorenmosaik. Letzteres hat die imposante Größe von 160 m² und ist damit das größte Mosaik, das bisher nördlich der Alpen gefunden wurde. Dargestellt werden Szenen aus dem römischen Amphitheater mit Tierhatzen, Schaukämpfe und dem blutigen Kampf zweier Gladiatoren. Ein anschaulicher Film führt deutlich vor Augen, wie die Villenanlage zur Zeit der Römer wohl ausgesehen hat.

 

Folgen Sie jetzt der B406 und B407 nach Perl-Borg.

 

Hier auf der Höhe zwischen Obermosel und Saar steht der weltweit einzige vollständig rekonstruierte herrschaftliche Wohnbereich einer römischen Villa – mit Torhaus, Herrenhaus, voll funktionsfähigem Küchen- und Badetrakt, umgeben von schönen Gärten. Willkommen in der Villa Borg. Fühlen Sie sich einfach wie vor 2.000 Jahren!  In der Taverne bietet sich die Gelegenheit zu einem leckeren (römischen) Mittagessen.

 

Zum krönenden Abschluss gönnen Sie sich doch mal Luxus pur… Wir wäre es mit einer Übernachtung in Victor’s Residenzhotel Schloss Berg*****S in Perl-Nennig? Hier können Sie sich selbst verwöhnen lassen wie ein reicher Römer und eine reiche Römerin!

 

Bildquelle:
Römerin: Foto Klaus Thewalt