Szenen aus dem Leben römischer Soldaten
Rückblicke in unruhige Zeiten: Bildreliefs von römischen Grabdenkmälern verraten uns viel über das Leben in vergangenen Zeiten. Gut erhaltene Grabfunde ergänzen das, was wir aus den Szenen herauslesen können. Sehen Sie sich die Exponate im Archäologischen Museum von Arlon an! Wir tauchen ein in das Soldaten-Leben im 1. Jahrhundert nach Christus.
Impressionen aus dem Soldatenleben im 1. Jahrhundert nach Christus

Ist dieses Relieffragment nicht schön gearbeitet? Wir sehen den Rücken eines römischen Offiziers, der mit einem Brustpanzer bekleidet ist und in seiner linken Hand einen runden Schild hält. Über dem reich verzierten Panzer trägt er an zwei Schulterriemen ein Schwert. Der Kopf eines Rindes, das ein zweiter Mensch am Horn festhält, erinnert an eine Opferszene. Auf dem Tier wie auch auf dem Schild sind noch Spuren von roter Farbe zu erkennen. Wer war dieser Mann? Die Zeiten waren kriegerisch, und neben Kampfhandlungen war auch der Aufbau der umfangreichen neuen römischen Infrastruktur eine wichtige Aufgabe für das Heer. Vielleicht gehörte dieser Offizier zu einer Truppe, die bei Arlon stationiert war? Oder er stammte aus Arlon und wurde in der Heimat beerdigt? Wir wissen es nicht.
Grabfunde belegen auch, dass Soldaten der römischen Kavallerie in Arlon bestattet wurden:

In einem Brandgrab an der Römerstraße nach Metz fand man bei Weyler den eindrucksvollen Helm eines Kavalleristen – mit detailreich ausgearbeiteten Haaren und einem Stirnband. An der gut erhaltenen Wangenklappe lässt sich ein angedeutetes Ohr erkennen. Im Grab befanden sich außerdem noch ein Einhenkelkrug, ein Schälchen mit Kragen aus Terra Nigra und eine Rasierklinge aus Eisen.
Zahlreiche Fragmente von Kampfszenen zwischen römischer Kavallerie und feindlicher Reiterei wurden nicht nur an Rhein und Mosel gefunden, sondern auch im belgischen Arlon. Darstellungen dieser Art waren im 1. Jahrhundert nach Christus häufig auf den Sockeln großer Grabdenkmäler abgebildet.


Mit der Festigung der politischen Verhältnisse in flavischer Zeit und der Einrichtung der Provinzen Germania inferior und superior unter Domitian finden sich auch auf Grabdenkmälern für Soldaten mehr „bürgerliche“ Themen. Kampfszenen verlieren an Bedeutung.
Infos über das Archäologische Museum von Arlon

Sehen Sie sich die bilderreichen Reliefs und den frühen Reiterhelm im Archäologischen Museum von Arlon an. Wie Sie auf diesem Foto erkennen können, gibt es sogar museumspädagogische Angebote für Kinder: Vor dem Bildrelief liegt zum Beispiel eine Militärausrüstung im Kleinformat zum Verkleiden. An anderen Standorten gibt es weitere Mitmachangebote.
Das Archäologische Museum von Arlon zählt mit seiner gallorömischen Abteilung zu den renommiertesten Museen Belgiens. Es zeigt eindrucksvolle Grabmonumente mit Darstellungen aus dem römischen Leben und aus der Mythologie. Über 425 Skulpturen und Reliefs umfasst die Sammlung, ergänzt durch Objekte des täglichen Gebrauchs aus Glas, Keramik und Metall. Exponate aus der Vor- und Frühgeschichte sehen Sie ebenso wie kostbare fränkische Funde.
Übrigens: An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Einritt ins Museum frei.
Arlon ist eine der ältesten Städte Belgiens

Verbinden Sie den Besuch des Museums gleich mit einer Stadtbesichtigung! Arlon ist eine der ältesten Städte Belgiens und liegt direkt an der Grenze zu Luxemburg in der Region Wallonien. Bekannt ist sie für ihre schöne Altstadt. Zur Römerzeit befand sich hier Orolaunum, eine wichtige Straßensiedlung mit Kastell.
Genießen Sie einen gemütlichen Stadtbummel auf dem Archäologischen Rundweg, der Sie mitten durch den historischen Stadtkern führt, vorbei am Jupiterdenkmal und den Resten der Kastellmauer. Wenn Sie im Sommer unterwegs sind und das Wetter mitspielt, bietet sich ein romantisches Picknick zwischendurch an – zum Beispiel im Park des Museums Gaspar oder im Arboretum de Frassem. Ausführliche Informationen zum Stadtrundgang finden Sie rechts als Download.





